Monsieur Idi Teil I


dem Stamme der Peule zugehörig, ursprünglich aus Mali, im Süden des Senegals angrenzend. Ein Hirtenvolk, Viehzüchter und gute seriöse Handwerker. Fleißige ruhige Menschen. Monsieur Idi ist mir besonders in Erinnerung geblieben da er mein Vertrauen gewonnen und er mich sehr faszinierte mit seiner Gestalt und seinem Auftreten. Wir hatten immer wieder Kontakt mit ihm über die ganzen Jahre, da er und seine Leute das besondere Handwerk beherrschen für die Herstellung eines traditionellen Daches ein Gras Dach ein Paille herzustellen und auch zu reparieren. Ein Gestell aus Holz wird gezimmert, konisch, wie ein Hut, darüber gibt es verschiedene Schichten, dazwischen Plastikfolie Matten aus getrocknetem Gras, das nur in feuchten Gegenden wächst, eine gute Qualität besitzen sollte, dass das Regenwasser abperlt abläuft, aber eine Luftzirkulation ermöglicht. Alles mit Schnüren gebunden fest gezurrt, Netze gespannt, bis zu 3 oder 4 Schichten übereinander kunstvoll angebracht, Etwas Überhang, ein Zwischenraum zwischen Mauerwerk und Dach Belüftung und Schutz für die Fledermäuse, die das Haus behüten und alle möglichen kleinen Getier, Spinnen, Moskitos, das nicht stört. Die Geckos schnappen sich die Fliegen und andere Plage-Geister, Im Innenraum, ein weiterer geflochtener, wunderschöner Abschluss. Monsieur Idi prüft, kalkuliert, was an Material benötigt wird und legt seinen Kostenvoranschlag vor, wir werden uns meist einig. Ein beeindruckender Mann, höflich, freundlich, immer zurückhaltend, sauber und flink, schnell, ehrlich. Von schlanker Gestalt. groß nit einem markanten Gesicht feingliedrigen Händen. Kommt er zu Besuch trägt er sein traditionelles Gewand in blau oder gelb schwebt meist ein angenehmer Duft um ihn, Taucht er in seiner Arbeitskleidung auf, wirkt er unscheinbar, wie ein altes Männlein, der aber respektiert wird und in einem ruhigen Ton mit seinen Arbeitern umgeht. Er wird von mir oder meinem Verwalter hereingebeten, mit einem Getränk oder etwas frischem Obst verköstigt, die Höflichkeit gebietet dies, das Begrüßungsritual. Die Verhandlungen führt mein Verwalter, da sie in der einheimischen Sprache Wolof schneller vorankommen und für mich in Französisch übersetzt werden. Dies ist eine Männer-Angelegenheit hier üblich. Monsieur Idi wird immer die Tür geöffnet, auch wenn der Hausverwalter nicht anwesend ist. Idi verhält sich immer korrekt und unaufdringlich. Das Alter dieses Mannes kann sehr schwer eingeschätzt werden, da er weder jung noch alt wirkt, also ein Mann ohne Alter. Das Alter wird hier noch respektiert, die älteren Herrschaften ,it Würde behandelt und zugehört. 

Normalerweise hält solch ein Paille ungefähr sieben Jahre. Vielleicht mal kleine Ausbesserungen und wenn Idi in der Gegend zu tun hat, wirft er immer einen prüfenden Blick auf das Dach des Hauses. Sein Dorf befindet sich weit entfernt, der Sohn besitzt ein Auto und natürlich ein Portable, sonst wäre Idi einen halben Tag unterwegs. Monsieur Idi und seine fleißigen Arbeiter mochte ich immer gerne, da sie alle ordentliche seriöse Jungs unaufdringlich und leise, immer fröhlich auftraten und ordentlich alles wegräumten, immer pünktlich zu Arbeitsbeginn erscheinen. Nie habe ich ein lautes Wort gehört Bei großer Hitze arbeiten, singen sie und arbeiten sehr aufmerksam, da es nicht ungefährlich, nur angeseilt zu balancieren. Darüber staunte ich immer wieder. Von meinem Verwalter wird das vorgegebene Material besorgt, die gebündelten trockenen Gras-Matten schon vorbereitet, werden mit dem Auto angeliefert. Zum verabredeten Termin stehen die Arbeiter vor der Gartentür. Später taucht Monsieur Idi auf kontrolliert alles rennt die Treppe rauf und runter geräuschlos geht das alles vor sich, ohne zu stören. Derweil bereite ich zusammen mit Abou ein leckeres Mittagessen vor, Frühstück wird von Abou zubereitet und auch der obligatorische heißer Tee à la menthe  - schai - wird geschätzt. Auch ein Ritual zum Schutz der Arbeiter wurde nicht vergessen.          

Veröffentlicht von

afrikafrau

Afrika begeistert - viele Jahre in diversen Ländern, auf vorgelagerten Inseln unterwegs-

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