kreative Frauen


Kreative Frauen in Afrika

Ja doch die gibt es, in den Alltag integriert, so wird es häufig übersehennicht als Kunst wahrgenommen. Und doch kann man sie sehen. Die kunstvoll geflochtenen Haare, die etwas störrisch sind und bei der Hitze leicht verfilzen, aber die tägliche Pflege ist aufwendig. Praktisch sind da geflochtene Zöpfchen, die sich eng an den schön geformten Mädchen- oder Frauenköpfen anschmiegen. Immer neue Muster und neue Kreationen denken sich die Frauen aus. Mal mit bunten kleinen Perlen, oder mit bunten Bändchen, oder mit kleinen Kaurimuscheln geschmückt,Ein schöner Kontrast zu schwarzen Haaren, brauner Haut. Andere tun wieder alles, um die Haare glatt zu bekommen und europäisch zu wirken, sich als moderne frau zu stilisieren. Stundenlang werden die Haare auch verlängert in kleinen geflochtenen Zöpfchen, die bekannt als Rasta-Zöpfchen bekannt geworden sind. Sehr kreativ werden auch die Kalebassen verziert, mit traditionellen Mustern Versehen, die mit glühenden Kohlestöckchen eingebrannt werden. Die vielen Alltags-Gebrauchsgegenstände, geflochtene Körbe und Behältnisse für allerlei, aus Gras oder Palmblättern, gedreht und zusammengefügt, mit Leder oder Perlen, bunten Fäden, Reststoffen, kunstvoll in großer Vielfalt Verarbeitet und in Gebrauch in den meisten Haushalten. Viele Gegenstände werden heute ersetzt durch die chinesische billige Plastik- Massenware, die die Märkte überschwemmen. Bunt und leicht sind sie auch,bei der Hitze nicht so lange haltbar, Öl, Getränke, Gewürze, in kleinen Plastiktüten abgepackt, Flip-Flops nicht mehr aus alten Autoreifen, sondern aus anderem, nicht recycelbarem Material, schön bunt und billig. Landet dann zwischen dem Sand, wird durch den Wind verbreitet und ins Meer geschwemmt. Kommen die Fischer morgens vom Fischfang zurück warten die Frauen schon mit ihren bunten Plastikschüsseln auf dem Kopf am Strand, anstelle der traditionellen geflochtenen Behältnisse, sie wollen modern sein. Hennagefärbte Füße sieht man auch sehr selten, wenn dann nicht deutlich sichtbar, meist tragen es Heilerinnen. Diese Kreativität ist auch eine Kunst. Immer noch werden gekalkte Lehmhäuser, von Frauen kreativ verziert, bemalt mit traditionellen meist graphischen Mustern und Naturfarben. Der Perlenschmuck wird auch von den Frauen entworfen und kunstvoll zusammengefügt. Die winzig kleinen Perlen aufgefädelt und um die Hüften getragen, als erotisierendes Beiwerk durchaus von den Männern geschätzt. Mit selbst hergestellten Ölen aus wohlriechenden Nüssen gepresst und verfeinert, mühevoll über Wochen in der Wärme entfalten sich die Aromen dann besonders gut.Traditionell auf glühende Kohle gelegt, dienen sie nicht nur zur Fernhaltung der Moskitos, sondern auch als duftende und gesunderhaltende Vorbeugung, auch erotisierend, um den Kinderwunsch zu erfüllen, die Männer zu betören.

 

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Veröffentlicht von

afrikafrau

Afrika begeistert - viele Jahre in diversen Ländern, auf vorgelagerten Inseln unterwegs-

4 Gedanken zu „kreative Frauen“

  1. Als ich 3 Wochen in Tansania und Kenia war, hatte ich eher den Eindruck, dass es die Frauen sind, die aktiv sind, Kinder betreuen, waschen, kochen und auch in der Landwirtschaft überall Hand anlegen. Im Gegensatz dazu habe ich wenig arbeitende Männer gesehen. Ob mein Eindruck richtig war, kann ich nicht beurteilen.
    Wandel bedeutet neben Fortschritt und Verbesserungen auch neue Probleme, die sich aber erst nach längerer Zeit einstellen. Ernst

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    1. da gebe ich dir recht, lieber Ernst, das war auch meine Beobachtung, diese alte Struktur herrscht immern noch vor, die Frauen leisten sehr viel und sehr stark, haben aber sich durchaus ihre Bereiche ergattert, in denen der Mann nichts zu melden hat, das hängt mit ihrer Abhängigkeit zusammen, aber inder Öffentlichkeit kann man dies so natürlich nicht erkennen. Diesen Einblick bekommt man erst nach längerer Zeit, wenn man sich vorsichtig in den Familien bewegt und beobachtet. In den unterschiedlichsten Formen ausgeprägt, selbst bei emanzipierteren Familien, je nach Bildung, nach außen, nie das Gesicht verlieren, dem Mann „offiziell“ seine “ Vormachtstellung“ belassen.

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  2. schön, deine Beschreibung spiegelt die Liebe zu diesen Dingen, die diese Frauen fertigen. und auch deinen Kummer, wie leicht solch ein Erbe sich verlieren kann. Hier in Griechenland wurden in den 50er Jahren die schönen Kamine abgerissen und durch Ölöfen ersetzt, und die gemauerten Öfen, in denen man backte, verfielen. Heute versuchen etliche junge Menschen wieder anzuknüpfen an die alten Techniken.

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    1. ja, liebe Gerda, nichts ist halt beständig, Wandel überall, in Afrika passiert dis langsamer, von dort kenne ich auch diese selbstgemauerten großen Schamott-Steinöfen, im Landesinneren, weit ab, in Campments wird dort noch gebacken und gekocht, sehr lecker,Stromschwierigkeiten, andererseits viel natürlcher und schonender, gesünder. Aber wie überall, wird für die Touristen alles bereitgestellt, da einige wenige damit viel Geld verdienen, der Franzose anspruchsvoll ist, viele damit zerstört, zuvieles, alles doch sehr kompliziert, Traditionen und ein wenig Moderne im Einklang zu verbinden…….

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