Frauengespräch


3 Frauengespräch 

Nein, niemals wird sie in ein Altenheim gehen, sagt eine davon. Sie würde das nicht aushalten. Sie lebt mit ihrem Mann und 8 Katzen im eigenen Haus mit Garten. Ihre Karriere sei ihr immer wichtiger gewesen, als Kinder zu bekommen, wirft sie noch ein. Sie habe ja gesehen, was da so vor sich geht, wenn sie ihren Schwiegervater dort besucht habe, der dann später am Demenz erkrankt war. Sie und ihr Mann haben sehr gut verdient und besitzen noch eine eigene Wohnung nebenan. Danach referiert sie noch über ihre wunderbare Kindheit, die moderne Einstellung der Eltern und über deren Herkunft und ihren Status. Es folgt noch die Schilderung einer Nachbarsfamilie, die wohl weniger privilegiert zu sein schien, die Mutter Musikerin, chaotisch und der Vater die Tochter missbraucht hat. Das hat sie mitbekommen, da sie dem jüngeren Bruder Nachhilfeunterricht erteilt hat und ihn zu Bestnoten in der Schule verholfen hat. Und eine Lehrerin durch das Stottern des Sohnes alles aufgedeckt hat.

 

Sie wird sich dann, wenn notwendig eine Pflegerin ins Haus holen. Schiebt noch einen Satz hinterher, das Unterhaltungsangebot in den Altersheimen finde sie furchtbar stupide und bessere Angebote würden abgelehnt, das Benehmen der  alten Leute sei auch schrecklich, schon der Geruch beim Betreten der  Einrichtung eine Zumutung. Den Katzengeruch in ihrem Haus, nimmt sie wohl nicht mehr wahr.

Dann gleitet das Thema ab in Richtung Missbrauch.

Die andere erzählt, dass sie ihren Vater erst kennengelernt hat, als sie 2 Jahre alt gewesen ist, als er vom Krieg zurückgekommen ist und sie ihn als Fremden angesehen und nie einen guten Kontakt zu ihm gefunden hat, er ihr immer fremd geblieben ist und wenig zu Hause anwesend war. Nein misshandelt hat er sie nicht. Aber sie behielt ein distanziertes Verhältnis zu ihrem Vater. Sie erzählt uns von einem Film, in dem es um einen verurteilten Sexualstraftäter und Mörder ging, der nicht resozialisiert werden oder geheilt werden konnte und nach Jahren wieder rückfällig geworden ist.

Das Gespräch dreht sich danach um ihr Elternhaus, ihre Heirat, ihre Scheidung, ihre Tochter und ihre Enkelkinder und den Schwiegersohn. Ihre zweite Ehe und ihr jetziges Leben. Nein sie würde ihrer Tochter mal später auch nicht zur Last fallen,

und von ihr gepflegt werden wollen. Ihre Mutter starb auch im Altenheim, sie besuchte sie dort regelmäßig, bis zu ihrem Tod,obwohl sie noch ihren Kosmetiksalon nebenher betreibt.

Die Dritte wirft kurz ein, hält sich kurz,  für sie gäbe es gar keine Alternative, nach früher Scheidung, alleinstehend, die Tochter  mit ihrem Partner zusammen, weiter weg lebend ohne Kinder, beruflich sehr engagiert und im Stress. Da käme ja im Falle eines Falles keine andere Möglichkeit, stirbt man nicht vorher, und ob die Rente dann ausreichen würde, wisse man ja auch nicht. Die Mutter habe sie mit großem Aufwand zu Hause noch gepflegt bis zu ihrem Tod. Das Leben im Altenheim, selbst bei guter Betreuung, bestimmt kein Zuckerschlecken, aber oft nicht anders zu bewältigen für die Angehörigen.

 

AFRIKA

 

 

 

 

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Veröffentlicht von

afrikafrau

Afrika begeistert - viele Jahre in diversen Ländern, auf vorgelagerten Inseln unterwegs-

5 Gedanken zu „Frauengespräch“

  1. Gerade sind zwei ältere Freundinnen, die noch körperlich relativ fit sind, in ein Altenheim gezogen, das den Anspruch hat, „Wohngemeinschaft“ im Alter zu heissen. Sie wohnen da jetzt seit einem halben Jahr und sind ziemlich engagiert und freuen sich an den vielen Angeboten. Zum Glück gibt es da noch ein paar andere Leute, die noch nicht pflegebedürftig sind und ein gutes Kulturprogramm. Es gibt durchaus gute Altenheime. Kennst Du den blog von Katrin Musikhai, die wegen ihrer MS relativ jung im Altenheim eingezogen ist? Er beeindruckt mich sehr….

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    1. danke Sabine, die Wiedergabe dieses Gespräches nur eine Momentaufnahme, die einen verdrängen, die andern denken so, wieder
      andere wieder anders. sichersich ist es abhängig vom Standort, die Auswahl ist nicht überall groß, stimme dir zu, es gibt gut geführte Häuser. Bezahlen muss man sie können, denke auch dass es auf die jweilige persönliche Situation und den Gesundheitszustand ankommt, auch die Einstellung usw.

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