Traditonen Teil III


Traditionen Teil III- Beobachtungen 

Die älteren Menschen, die noch immer mit den en traumatischen Erlebnissen während des Krieges behaftet waren, erschraken zutiefst, als die erstenAfrikaner aus Somalia, dem heutigen Kongo ( früher Zaire) Zentralafrika, Togo,Nigeria, bei uns in alten Schulhäusern, anderen alten Gebäuden und auch in Asylantenheimen untergebracht wurden. Dazu gab es ja auch noch die sog. Russland-Deutschen, nach dem Zerfall der Sowjetunion, später die Balkan Flüchtlinge aus dem früheren Jugoslawien. Die Ängste der Eltern waren groß, da sie viele Vorurteile im Kopf hatten, wie gefährlich dies für ihre halbwüchsigen Mädchen sein könnte.

Mein persönlicher Zugang ein anderer, da ich an einer international renommierten Tanzschule die vielfältigen Angebote wahrgenommen habe. Der Kontakt mit Lehrern aus vielen Teilen der Welt, ermöglichte uns Schülern einen völlig neuen Blick auf diverse Tanzstile, der Musik, der Rhythmen, die ja mit der Kultur des jeweiligen Landes, eng verbunden sind. Wir feierten zusammen viele unkomplizierte Feste, jeder war willkommen.Dadurch lernten wir auch viele gute Musiker kennen, die in bestimmten Lokalen auftraten und spontane  „jam – sessions“ etablierten.

Die Afrikaner waren nicht beliebt, selbst jene, die ein Studium vorweisen konnten und an den Universitäten arbeiteten. Ja es gab auch welche, die mit Drogen zu tun hatten, oder in andere kriminelle Machenschaften verstrickt waren. An den Universitäten gab es wohl gute Absatzmärkte. Nicht jeder Doktortitel eines Afrikaners war echt, meiner Erfahrung nach. Andere wiederum kreierten kleine afrikanische Märkte, bunte Musikunterhaltung, afrikanisches Essen wurde beliebt. Die jungen Leute gingen jetzt  afrikanisch essen. Eine lebhafte, offene afrikanische „Community“ hatte sich gebildet. Darunter  auch sehr liebenswerte bescheidene Afrikaner, die viel von Heimweh geplagt waren, aber froh, ein Dach über dem Kopf und Ruhe zu haben. Die Männer höflich und freundlich, genügsam, sie haben geputzt gekocht, genäht, arbeiten durften sie nicht und den Wohnort auch nicht verlassen, um Landsleute zu besuchen. Seltsamsten Verbindungen mit sog. „ Freikirchen“ und den Scientologen sind entstanden, die sich aus anderen Gründen um die Asylanten kümmerten, durch die Die Bhagwanjünger  schon Jahre davor eingeschleust. Viele unterschiedliche Probleme wurden sichtbar. Die Zeitungen überschlugen sich mit Meldungen und immer im Zusammenhang mit Afrikaner, auch wenn dies nicht der Fall war. Ein Asylantenheim außerhalb der Metropole, wurde mal gestürmt, dort hatten sich Drogendealer und Autoschieber aus Nigeria eingeschlichen, die hat man nicht gefasst, nur die kleinen Fische.

Die „ Nigeria-Connection“ gab es damals schon. Zu laut, zu viele, zu sichtbar auf den Strassen, kauften sich an den Unis Mädels für Geld, die sie heirateten, um sich später zu verkrümeln oder scheiden zu lassen, bekamen bunte Kinder, das war zuviel. Viele tauchten unter in anderen Metropolen, und so verschwanden sie aus dem Stadtbild. Die konservativen Mitbürger atmeten auf und es ging wieder „ gesittet“ zu.

Eine  „arabische community“ existierte damals schon, hielt sich eher im Hintergrund. Bereits etabliert. Die arabischen, oder gemischten Familien hatten durch die gut ausgebildeten Berufe der Männer einen hohen Lebensstandart, arbeiten in bekannten großen Industriebetrieben, unabhängig und selbständig, nicht auf den Staat angewiesen. Flüchtlinge zwar auch, aber mit finanziellem Hintergrund, eher aus begüterten Familien stammend, schon über Jahre angepasster, ihre Gastfreundschaft beliebt, da sie sich dies auch leisten konnten. Ihr eigenes Gemüse anpflanzten und in der Gartenanlage feierten, aber etwas unter sich blieben. Immer wieder erfuhren wir aber auch von den großen Problemen, die sich ergaben, wenn die Eltern oder ein anderes Familienmitglied in der Heimat krank wurde, die Eltern starben, die Einreise ins Heimatland erschwert wurde. Der arabische Sender „ al arabia“ die Verbindung zur Heimat immer präsent. Die nachkommende Generation konnte oft nicht mehr arabisch lesen oder schreiben.Der Zusammenhalt verstärk sich immens, lebt man im Ausland, da man sich zwar zugehörig fühlt und doch fremd bleibt. Durch die Traditionen bleibt die Verbindung erhalten, auch wenn  die Verwandten überall auf der Welt verstreut sein mögen, aber dieselben islamischen Feste und Feiertage begehen. Während des Ramadan, der hier von einigen mehr oder weniger eingehalten wurde, unsichtbar aber in den Köpfen eingebrannt ist und die damit verbundenen Regeln, ja Gewohnheiten beinhalten, werden  beibehalten.

Meine  Beobachtung, bei vielen Deutschen, die freiwillig, oder aus beruflichen Gründen mit ihren Familien im Ausland lebten, stellte ich fest, sie halten sichan ihre Traditionen, die sie von zu Hause mitgebracht haben, pflegen sie, geben sie an ihre Kinder weiter. Die Heimatsprache, ein wichtiges Element, gehört zur ureigenen Identität, selbst, wenn man die Landessprache gut beherrscht und eine gute Kommunikation, ein Zurechtfinden ermöglicht. In der Nähe von Toronto, lebten die damaligen Mitarbeiter von „Kodak“ sie trafen sich  in der Gemeinde , an den schwäbischen Traditionen hielten sie fest. Meiner Meinung nach, kann man  dies nur verstehen, sofern man selbst längere Zeit im Ausland sich bewegt oder aus anderen Gründen lebt, denn dann wird einem erst bewusst, dass es die Verbindung zur Heimat wichtig sein kann. Die bekannten Vorurteile sind bekannt, der ehrliche sparsame manchmal einsilbige Schwabe, der immer pünktlich ist, der viel arbeitet und gerne Fleisch und Wurst isst. Ausnahmen bestätigen immer die Regel.

……………………………………und heute…………….. Fortsetzung folgt……………………..

 

 

 

 

 

 

Veröffentlicht von

afrikafrau

Afrika begeistert - viele Jahre in diversen Ländern, auf vorgelagerten Inseln unterwegs-

4 Gedanken zu „Traditonen Teil III“

      1. ich möchte mich Diana anschließen. du hast eine feine, ausgewogene und kenntnisreiche Art, über schwierige Themen zu sprechen. das mag ich sehr, Und ich lerne dazu, das mag ich auch.

        Gefällt 1 Person

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