afrikanischer Service


 

Erfahrungen imm044und Erkenntnisse

Das kleine Hotel, im Reisekatalog entdeckt, wie ein Dorf, mit Rundhütten und etwas europäischem Komfort, war damals unter afrikanischer Leitung. Ruhiger als die größeren Häuser mit persönlichen Note. Später, über viele Jahre übernahm die Leitungein Franzose, dann Schweizer, Italiener, in den letzten Jahre ein Marokkaner.Dieser Wechsel bedeutete auch immer neue Verträge mit diversen Ländern und Reiseagenturen. Also unterschiedliche Gäste, unterschiedliches Niveau. Meistens dominierten die französischen Gäste. Zu Beginn ergeben sich sehr viele neue Eindrücke, Erlebnisse, Beobachtungen, Begeisterung und Faszination gleichermaßen.Verläßt du das Hotel,suchst den Kontakt zu den Einheimischen, verändert sich dann das Bild, Vorurteile abbauen,  Dinge bleiben erst mal an der Oberfläche. Die Leichtigkeit, die Fröhlichkeit, die Unvoreingenommenheit, eine gewisse Bescheidenheit, nimmt man dann erstmal mit. Befasst man sich mit der vielseitigen Kultur, den politischen Verhältnissen, der Kolonialgeschichte, den Gemeinschaften, Hierarchien, Gewohnheiten und Gebräuchen, gibt es so viel zu entdecken, zu hinterfragen und neu zu denken. Diese völlig verschiedene Lebensweisen, die sich natürlich daraus ergeben, auf die Strukturen und auf die Umgebung, auf die jeweiligen Verhältnisse beziehen, einzuordnen.Versucht man dies alles etwas zu verstehen, zu differenzieren, erkennt man auch die vorhandenen Probleme. Bleibt die Faszination dann immer noch bestehen, dann lernt man für sein Leben : Offenheit zu bewahren neue Perspektiven zu erforschen. Verbringt man eine gewisse Zeit in dem gemischten Viertel, verändert sich der Blick noch einmal.Bei den verschiedenen Einrichtungen, Behörden, hat man persönlichen Kontakt und überlässt es nicht nur dem Verwalter, drehen sich die Verhältnisse um. Eine gewisse Abhängigkeit von dem Wohlwollen, bzw.Vorschriften bzw. Handhabungen, Umgangsregeln.  Diplomatie kann Türen öffnen.

Yousouffa –

Künstler Abou-Abou vor seinem Atelier

Hotelpersonal 

Über Yousouffa habe ich noch nicht berichtet. Er arbeitet im Hotel seit ich dort begann, den Senegal zu entdecken.Ousman, der Restaurantchef, sein Vorgesetzter, für mich ein außergewöhnlicher Mensch, eine markante Persönlichkeit. Er kann seine Gäste sofort einschätzen, als hätte er Psychologie studiert, immer zuvorkommend, aufmerksam, humorvoll und immer korrekt und kompetent. Groß gewachsen, in traditioneller Kleidung, die Respektsperson „ par exellence“ .Yousouffa eifert ihm nach. Sympathisch,  fleißig, freundlich, ohne aufdringlich zu sein. Ihn mag ich vom Service-Personal am liebsten.Über die Jahre wechselte das Personal sehr oft. Eine Stammbelegschaft bleibt. Die meisten sind berechnend freundlich, um ein gutes Trinkgeld zu bekommen, verständlich,aber oft zu offensiv zu erkennen. Für einen guten Service, gebeich gerne etwas dazu. Ein freundliches Gesicht alleine reicht aber nicht. Ousman berichtet mir, dass er jetzt viel im Büro arbeiten muss,deshalb nicht immer im Restaurant zu sehen ist.Yousouffa wird zu meiner Vertrauensperson, mit dem ich auch einige privateThemen besprechen kann, da er wie meine Verwalterfamilie aus demselben Dorf stammt. An der Rezeption, gibt es auch oft Wechsel, Besitzerwechsel, Chefwechsel.Pape, arbeitet schon viele Jahre dort, jetzt ist er einer der Geschäftsführer.Kenne sie beinahe alle, Monseur Camara,  Racine, u.a., den ich lange nicht durchschauen kann, Assane, der mir ins Ohr flüstert und Schabernack mit mir treibt, am Abend versehen dann andere Dienst, da bin ich selten im Hotel anzutreffen. Suleyman, Cheichk, usw.  soweit ich beurteilen kann herrscht eine besondere Hierarchie vor, ein Clandenken, Zugehörigkeit zu einer bestimmten Ethnie usw. je nach Einfluss auf lokaler Ebene dort gerade Einfluß besitzt. Nach vielen Jahren Beobachtung kann ich jetzt ein gewisses Muster erkennen, auch mein Verhalten besser darauf einstellen. Da ich nicht mehr im Hotel wohne, etwas unabhängiger geworden bin, aber einige Male, dort doch um Hilfe oder Rat gebeten habe. Im Grunde aber immer besser selbst meine eigenen Entscheidungen treffen musste. Da ich als langjähriger Gast bekannt, gewisse Privilegien bekomme, für mich auch ein Gewinn. Die unterschiedlichsten Persönlichkeiten kennengelernt, den Umgang mit ihnen, viele interessante Beobachtungen, Studien haben mir den Einblick dieser Gesellschaft erleichtert.Viele Geheimnisse bleiben mir verwehrt, ich bin nur ein Gast in diesem Land.       

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6 Gedanken zu “afrikanischer Service

    1. hallo Sabine, könnte ich schon, da aber jeder Mensch unterschiedliche Vorstellungen bzw.
      Betrachtungsweisen hat, sich auch dort Veränderungen ergeben, bleibe ich dabei, meine
      Betrachtungsweise, meinen Blickwinkel, meine Bilder hier vorzustellen.Vielleicht weckt dies mehr das Interesse, selbst mal „Afrika“ bzw. den Senegal oder Kenia oder Malawi oder……zu entdecken…. Trotzdem ein Gedanke wert……..

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