Besuch aus Kamerun


Cartouche

ein Afrikaner aus Kamerun. Mit seiner beeindruckenden Größe, seinem sicheren Auftreten als Hotelmanager fällt er auf. An meine Adresse kam er durch Mitreisende.Ein halbes Jahr später erreichte mich sein erster Brief. Einige Jahre lang wechselten Briefe hin und her. Von Céléstin an „ma Blonde“. Dann, ein Anruf, er würde gerne zu Besuch nach Deutschland kommen. Ob dies möglich wäre. Die Einreise für ihn bedeutete, dass er ein Visum beantragen müsse, von mir eine schriftliche Einladung für die Einreise, für 4 Wochen mein Gast. Dabei gab es einiges zu überdenken, wie lauten die offiziellen Bestimmungen. Ziemlich komplizierte Angelegenheit damals. Urlaub für diese Zeit einreichen, vorbereitende Pläne schmieden. Der große Afrikaner ist angekommen, beeindruckt alle Bekannten,wenn er in seiner traditionellen Kleidung auftaucht.Nach einer Woche fahren wir auf Besichtigungstour Burgen, Schlösser, Ruinen, Parkanlagen, Kurbäder, alles gefällt ihm, saubere Straßen, schöne Autos.Er hat Masken, kleine Kunstgegenstände und ausgefallene Kleidung mitgebracht, verkauft aber nur einiges davon.Die Leute sind zögerlich, sie haben ja schon alles. Nehme ihm einiges ab, hart verhandeln, das kenne ich.Davon kauft er elektronische Geräte für den Verkauf in Kamerun.Sein Visa, was er sich irgendwie beschafft hat läuft aber ab, so müssen wir aufs Rathaus, wegen einer Verlängerung, die verlangten Papiere möchte ich aber nicht unterschreiben, alle Beamten nimmt er für sich ein und erwirkt einen Termin beim Bürgermeister. Dies klappt tatsächlich und wir werden vorgelassen.In seinem weißen Boubou und seinem Charme schafft er es, ohne zusätzliche Papiere. Sein Auftreten hat sogar den Bürgermeister überzeugt. Seinen Geburtstag feiern wir mit einem großen Fest, er stellt die Wohnung auf den Kopf, da einige Freunde von ihm anreisen, viele meiner Freunde, sind neugierig auf den Blacky, eine internationale Gesellschaft, er hält eine Rede, und wir feiern bis in den frühen Morgen.Turbulente Wochen, wenn er sich nicht durchsetzen kann, knallt es auch schon mal, da er nicht gewohnt ist, dass Frau das „Sagen“ hat.   Wieder zurück, bedankt er sich für die schöne Zeit in „Allemagne“. Einige Jahre später fliege ich privat nach Kamerun, miete mich aber im Hotel ein, um etwas Abstand zur Großfamilie zu haben. Selbstverständlich zieht er gleich mit ein. Sein eigener Familienstand bleibt nebulös, da er immer mal für einige Tage spurlos verschwindet, mich den jüngeren Schwestern überlässt, die sich kümmern sollen, da passt einiges nicht ganz, die älteren Schwestern  versuchen es auszubügeln. Als ich die Familie eines anderen Bekannten aus Kamerun besuche, war so vereinbart, wird Cartouche ungemütlich, benimmt sich dann auch teilweise etwas seltsam, was dann doch für Abkühlung der Beziehung sorgt.Sein Plan, in Deutschland ein afrikanisches Restaurant zu eröffnen,auf meine Kosten hier zu leben, erteilte ich eine Absage, dies gefiel ihm wohl auch nicht. Mit der Zeit wurden die Briefe spärlicher,

die lange Freundschaft beendet.

 

 

 

 

 

 

 

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2 Kommentare zu „Besuch aus Kamerun“

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